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Vor vielen Jahren ging eine hochschwangere Frau in ein Krankenhaus, um dort ihr freudigst erwartetes Kind zu gebären.

Die Frau war eine Hexe; nichts Außergewöhnliches, da es von Riesen, Magiern und Drachen nur so wimmelte. Jede Hexe war gleich: zwei Paar glühend rosa Augen, mächtige Kräfte und die Fähigkeit, Tote aus dem Boden zu holen. Hexen waren schon immer stolz gewesen. Froh darüber, dass sie anders als alle anderen, aber untereinander dennoch gleich waren. Keine der Hexen wäre auch nur im Traum auf den Gedanken gekommen, dass es jemanden gäbe, der auch eine Hexe war, sich jedoch unterschied.

Schnell wurde die hochschwangere Hexe in den Kreissaal gebracht. Unter den Schmerzschreien der baldigen Mutter hörte man immer wieder, wie die Hebamme, eine Koboldin, ihr zu Pressen befahl. Nach einem markerschütternden Schrei konnte man plötzlich ein weinendes Baby hören. „Es ist ein Mädchen!", verkündete die Koboldin. Nach einem erneuten Blick auf das Kind, fiel es der Hebamme fast aus dem Arm. Schnell übergab sie es der Mutter. Sie wurde beinahe ohnmächtig, als sie auf das Baby sah: Es hatte blaue Augen. Der schlimmste Albtraum einer jeden Hexenmutter hatte sich erfüllt. Sie konnte es einfach nicht fassen. Was würden die anderen im Dorf sagen? Würden sie überhaupt noch mit ihr sprechen?

In ihrer Angst verließ sie das Spital und legte das Kind an den Waldrand. Die Angst der Mutter war zu groß. Sie würde dem Kind seinem Schicksal überlassen und im Dorf einfach behaupten, es war eine Totgeburt gewesen. Ja, so sollte sie es machen! Mit Tränen im Gesicht lief sie zum Dorf, warf dem Baby einen letzten Blick zu und sagte: „Ich liebe dich!"

Das Baby wurde allmählich müde und schlief ein, nicht wissend, dass die eigene Mutter es gerade ausgesetzt hatte. Am selben Abend schmiss sich die Hexenmutter, von Schuldgefühlen geplagt, in das Meer und ertrank, in der Hoffnung, ihr Kind im Himmel wieder zu sehen. Es wurde Nacht und das Baby wachte auf. Es war ganz fasziniert von der Dunkelheit und warf einen Blick auf den Mond und auf zwei Fledermäuse, welche über seinem Kopf Insekten jagten. Das Baby mochte die Nacht und lachte. So kam es, dass das Kind tagsüber schlief und nachts lachte. Nichts machte ihm mehr Freude, als die Nacht zu betrachten. Als das Kind 12 Jahre alt wurde und nachts durch den Wald lief, stolperte es plötzlich über etwas. Verdutzt sah es nach, was der Verursacher dieses Sturzes gewesen war und fand einen wundervollen Stab vor, welcher am oberen Ende zwei Beile hatte. In den Stab wurde "Stab der Fledermäuse, Stab der Besonderen" eingraviert.

Als es den Stab kraftvoll zum Mond hob, erschienen zwei Fledermäuse. Endlich hatte die vermeintliche Außenseiterin eine Bestimmung gefunden. Heute arbeitet sie glücklich als Stadionkämpferin in den Arenen.

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